Geilenkirchen. Der Slogan «Rauchmelder retten Leben» besitzt mehr Aktualität als je zuvor. Bei über einem halben Dutzend Rauchgasopfern nach Bränden in den vergangenen Monaten bundesweit sind viele Menschen aufgeschreckt worden und denken über die Installation eines Rauchmelders nach.
«Bereits zwei bis drei tiefe Atemzüge mit Brandrauch können tödlich sein», warnen Fachleute. Nordrhein-Westfalen ist eines der wenigen Bundesländer, in denen keine
Rauchmelderpflicht für Privathaushalte besteht, doch nach dem tragischen Tod von drei Kindern bei einem Brand in Aachen denkt auch die Landesregierung über eine entsprechende Gesetzesnovelle
nach. Bei Gewerbebetrieben sind so genannte Brandmeldeanlagen je nach Gefährdungslage längst Pflicht. Die Verpflichtung ergibt sich aus diversen baurechtlichen Vorschriften.
Pflicht im Krankenhaus
So sieht die Sonderbauverordnung im Teil 1 für Versammlungsstätten beim Neubau von Stätten mit Versammlungsräumen von mehr als eintausend Quadratmetern eine
Brandmeldeanlage zwingend vor. Auch Krankenhäuser und Altenheime sowie Hotels mit mehr als 60 Gästebetten sind mit Brandmeldeanlagen ausgestattet. Eine Brandmeldeanlage besteht aus automatischen
Rauch- oder Wärmemeldern sowie nicht-automatischen Druckmeldern.
Auch für Verkaufsstätten mit Flächen von mehr als 2000 Quadratmetern, wie beispielsweise das Gelo-Carre in Geilenkirchen, sind Brandmeldeanlagen verpflichtend. Ralph
Dechêne vom Sachgebiet vorbeugender Brandschutz der Stadt Geilenkirchen empfiehlt auf jeden Fall Rauchmelder auch im Privatbereich. «Als Mindestschutz gelten Rauchmelder in Kinderzimmern,
Schlafzimmern, Fluren und Treppenräumen», weiß der Brandoberinspektor.
Ein optimaler Schutz umfasse auch Dachgeschoss und Keller. Es empfehle sich, funkvernetzte Melder anzuschaffen, denn: «Wenn im Keller der Rauchmelder auslöst, aber
das Piepsen oben im Haus nicht zu hören ist, gibt dieser ein Signal an die anderen Melder weiter, so dass diese dann auch auslösen und zusätzlich der Alarmierung der Bewohner dienen», so Dechêne.
Die Rauchmelder sind technisch nicht besonders aufwändig ausgestattet, eine Fotozelle beziehungsweise Leuchtdiode erkennt Rußpartikel aus aufsteigendem Qualm und löst dann das laute Piepsen
aus.
Die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Geilenkirchen machen seit Jahren im Rahmen der Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen auf den Nutzen von Rauchmeldern
aufmerksam, denn die Folgen von nicht frühzeitig entdeckten Bränden können schrecklich sein.
Dass viele Brände durch technische Defekte entstehen, weiß auch Ralph Dechêne. Gerade in solchen Fällen zeigen sich Rauchmelder oftmals als Lebensretter, aber man
sollte unbedingt auf das VDS-Prüfsiegel achten.
«Es informieren sich zunehmend mehr Menschen über Rauchmelder», sieht der Brandoberinspektor in letzter Zeit eine erfreuliche Tendenz und führt diese auch die
Sensibilisierung der Menschen durch zahlreiche, tragische Ereignisse in den vergangenen Jahren zurück.
Quelle: Ein Artikel von Georg Schmitz aus der Geilenkirchener Zeitung
Eine traurige Trendwende zeigt der Blick auf die Verkehrsunfallbilanz 2011: Obwohl die Zahl der Unfälle in NRW mit 580.000 im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent zurückgegangen ist, hat es deutlich mehr Verkehrstote gegeben - 634 Menschen starben. Das sind 84 Tote und damit 15 Prozent mehr als im Vorjahr. „Jahrelang zeigte die Kurve nach unten. Jetzt haben wir jedoch einen deutlichen Anstieg der Opfer“, erklärte Innenminister Ralf Jäger heute (27.02.) in Düsseldorf. Die Zahl der Schwerverletzten ist um 13 Prozent auf 13.874 gestiegen. Insgesamt verunglückten im letzten Jahr 78.653 Menschen auf den Straßen in NRW, sieben Prozent mehr als 2010.
Besonders die schwächsten Verkehrsteilnehmer, Fußgänger und Radfahrer, sind gefährdet. Die Zahl der getöteten Fußgänger stieg um 39 (+41 Prozent) auf 133. Insgesamt verunglückten 8.285. Das sind acht Prozent mehr als im letzten Jahr. Die Zahl der verunglückten Radfahrer ist auf 16.133 (+14 Prozent) deutlich gestiegen. 69 von ihnen starben. Das sind fünf weniger als im Vorjahr.
Zu den Unfallursachen gehört die Geschwindigkeit als Killer Nr. 1. Alleine deswegen starben 235 Menschen. Das sind 37 Prozent und damit mehr als jeder Dritte, der auf Straßen in NRW tödlich verunglückte. Eine weitere entscheidende Ursache ist die Fahrt unter Einfluss von Alkohol oder Drogen. Dieser fielen 66 Menschen (zehn Prozent) zum Opfer. Weil sie sich nicht angegurtet hatten, starben 51 Fahrzeuginsassen (acht Prozent). Allein durch diese drei Ursachen wurden 350 Menschen im Straßenverkehr getötet. „Das wollen wir nicht hinnehmen, denn jeder Verkehrstote ist einer zuviel“, betonte Jäger.
Deshalb geht die NRW-Polizei seit November 2011 mit der Verkehrsstrategie „Brems Dich - rette Leben!“ verstärkt gegen Raser vor. Der „24-Stunden-Blitz-Marathon“ war eine Aktion im Rahmen der Kampagne. „Wir haben die Kontrollstellen im Voraus veröffentlicht“, sagte Jäger. „Es wurde verantwortungsbewusster gefahren. Das zeigt: Die Kombination von präventivem und repressivem Vorgehen ist der richtige Weg.“
2011 starben 13 (Vorjahr: 22) Kinder im Straßenverkehr. 7.064 verunglückten. Das ist ein Anstieg um sechs Prozent. Ähnlich negativ verlief die Entwicklung bei den 18-jährigen Fahranfängern. Die Zahl der Verunglückten erhöhte sich um zehn Prozent auf 1.047. Bei den Verkehrstoten ist im Vergleich zu 2010 ein Anstieg um vier auf 18 zu verzeichnen.
Junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren sind überproportional häufig an schweren Unfällen beteiligt. Bei einem Bevölkerungsanteil von acht Prozent verursachen sie 18 Prozent der schweren Unfälle und sogar 21 Prozent aller Pkw-Unfälle. 18 Prozent der im Straßenverkehr getöteten sind junge Erwachsene. Ein bundesweit einmaliges Projekt zur Verkehrssicherheit richtet sich deshalb an Jugendliche und Fahranfänger. „Crash Kurs NRW - Realität erfahren - Echt hart!“ setzt auf Emotionen. Feuerwehrleute, Notfallseelsorger, Notärzte, Polizeibeamte, Verkehrsunfallopfer oder deren Angehörige berichten dabei von ihren persönlichen Erlebnissen.
Auch bei den Motorradfahrern bereitet die Entwicklung im letzten Jahr Sorge: Die Zahl der Getöteten ist erstmals seit fünf Jahren wieder gestiegen. 96 Todesopfer bedeuten eine Zunahme von 28, also um 41 Prozent. Auch die Zahl der Verletzten hat sich 2011 um zwölf Prozent auf 4.306 erhöht.
„Damit die Zahlen von 2011 ein Ausreißer bleiben, wollen wir mit unserer Strategie das Geschwindigkeitsniveau insgesamt und nachhaltig senken“, sagte Jäger abschließend. „Dafür gibt es viele gute Gründe - um genau zu sein: 634.“
Ob Feuer in Finnland oder Unfall in Ungarn: Der Notruf 112 ist in Europa der einheitliche und direkte Draht zu schneller Hilfe. Die Telefonnummer 112 ist mittlerweile in allen Staaten der Europäischen Union die Nummer in Notfällen. Auch in sämtlichen Handynetzen verbindet 112 mit der zuständigen Notrufzentrale.
Jedoch wissen nur 18 Prozent der Menschen in Deutschland, dass die 112 nicht nur im eigenen Land, sondern überall in der Europäischen Union (EU) Hilfe bringt. Damit liegt die Bundesrepublik in der Eurobarometer-Umfrage noch hinter dem EU-Durchschnitt von 25 Prozent. Der Anteil der Bevölkerung in Deutschland, die die 112 schnitt von als europaweiten Notruf identifizieren kann, ist allerdings seit 2008 um insgesamt sechs Prozentpunkte gestiegen.
Zum dritten Mal gibt es nun am 11. Februar den „Europäischen Tag der 112“, um die ein- heitliche Notrufnummer besser bekannt zu machen. Hierzu gibt es zahlreiche Veranstal- tungen von Institutionen und Organisationen, darunter auch Aktionen von Feuerwehren. Folgende Punkte stehen hierbei im Mittelpunkt des Interesses:
Wichtig beim Abgeben eines Notrufes sind die 5 “W”:
WO… ist etwas passiert? Stadt, Ortsteil, Straße, Hausnummer, Etage, Zimmer, …?
WAS… ist passiert? Unfall, Feuer, Notfall, …?
WIEVIELE… sind betoffen? Anzahl Verletzte, Vermisste, Tiere, …?
WELCHE… Art von Notfall liegt vor? Bewusstlosigkeit, Stichverletzung, Herzstillstand,
Papierkorbbrand, Zimmerbrand, …?
WARTEN… Sie auf weitere Nachfragen, geben Sie eventuell Name und Nummer an und warten darauf, dass der Leitstellendisponent das Gespräch beendet
Weitere Informationen gibt es auf folgenden Websites:
www.feuerwehrverband.de/notruf
http://ec.europa.eu/112 (in allen EU-Sprachen)
Ab sofort unterziehen die Sicherheitsbehörden in NRW den ersten Abschnitt des neuen Digitalfunknetzes einem Härtetest. In Düsseldorf, Mönchengladbach, den Kreisen Mettmann und Viersen sowie dem Rhein-Kreis Neuss soll das neue Funknetz sechs Monate lang seine Funktionsfähigkeit beweisen. „Wir machen heute einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur flächendeckenden Einführung des Digitalfunks in NRW“, sagte Innenminister Ralf Jäger heute (9. Januar) in Düsseldorf. „Der Probebetrieb wird uns zeigen, ob es hakt und wo nachgebessert werden muss. Wir werden das Netz auf Herz und Nieren prüfen.“ Voraussichtlich im März wird der Netzabschnitt im Großraum Köln in die Testphase gehen. Die anderen folgen dann nach und nach. „Wir wollen Erfahrungen sammeln, technische Szenarien erproben und prüfen, ob alle von uns gestellten Anforderungen erfüllt sind“, erklärte Jäger. Bei dem erweiterten Probebetrieb handelt es sich um eine wichtige vertragliche Regelung mit den Herstellern. „Nach den Berichten aus anderen Bundesländern ist es unwahrscheinlich, dass ein Systemwechsel dieser Größenordnung völlig fehlerfrei funktioniert“, machte der Minister deutlich. „Deshalb unterbrechen wir sofort die Probephase, wenn wir gravierende Fehler oder Schwächen im System erkennen. Dann müssen die Hersteller die Probleme schnell lösen. Erst wenn alle Tests die volle Funktionsfähigkeit bewiesen haben, werden wir das Netz übernehmen.“ Während des Probebetriebs wird der analoge Funk parallel weiter verwendet. Im Großraum Düsseldorf wurden 41 Basisstationen errichtet. Bei den fünf beteiligten Polizeibehörden werden 36 Wachen und fünf Leitstellen an das Netz angeschlossen. Dazu kommt noch die Landesleitstelle der Polizei in Neuss. Rund 860 Funkstreifenwagen werden umgerüstet und etwa 4.000 Polizisten an den neuen Geräten geschult. Insgesamt rüsten in ganz Nordrhein-Westfalen 47 Kreispolizei- und drei Landesoberbehörden der Polizei sowie 422 Feuerwehren der Kommunen und Kreise, 96 Werksfeuerwehren und die Hilfsorganisationen 26.000 Fahrzeuge um und tauschen etwa 80.000 Funkgeräte aus. Auch die Leitstellen der Feuerwehr werden an die neue Technik angepasst. 40.000 Polizisten und mehr als 120.000 Angehörige von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen werden für den Digitalfunk fit gemacht. Für den Aufbau und Betrieb des Digitalfunks hat das Land NRW rund 513 Millionen Euro bereitgestellt. Die neue digitale Funktechnik zeichnet sich unter anderem durch wesentlich bessere und klarere Übertragung von Sprache aus. „Der Digitalfunk ist abhörsicher und bringt der Polizei, den Feuerwehren, dem Zoll, den Rettungsdiensten und damit den Menschen mehr Sicherheit“, sagte der Innenminister. Neben der Hochsicherheitsverschlüsselung bietet die digitale Technik weitere Vorteile gegenüber dem analogen Funk. So verbessert sich die Funkqualität auch unter Extrembedingungen. Die digitalen Funkgeräte sind kleiner, leichter und bieten neben der Gruppenkommunikation zusätzliche Funktionen wie Einzelruf und die Möglichkeit, zu telefonieren und Kurzmitteilungen zu versenden.
Pressemitteilungen, Gefahrenabwehr, Polizei | 09.01.2012